Iqbal Johal

ein Seeigel
aus stahl

Oriel Plas Glyn-y-Weddw, Wales

Oriel Plas Glyn-y-Weddw, Wales

Im Nordwesten von Wales, an der Küste der Llŷn-Halbinsel, steht das älteste Kunsthaus des Landes: Oriel Plas Glyn-y-Weddw. Seit mehr als 120 Jahren ist es ein Ort für Kultur, Begegnung und regionale Identität. Doch nicht nur Ausstellungen zeitgenössischer Kunst oder Theateraufführungen prägen diesen besonderen Ort, sondern auch ein architektonisches Kunstwerk. Ein neuer Café-Pavillon in Form eines Seeigels verbindet Skulptur und Funktion auf eindrucksvolle Weise.

Die Aufgabe war klar: Das bestehende Café, untergebracht in einem Wintergarten aus dem 20. Jahrhundert, entsprach nicht mehr den Anforderungen. Die Küche war auf drei Räume verteilt, die Platzsituation beengt, der bauliche Zustand veraltet.

Gesucht wurde nicht nur ein funktionaler Neubau, sondern eine gestalterische Erweiterung des kulturellen Anspruchs. Nachdem ein erster Entwurf nicht überzeugte, wandte sich das Kuratorium an den Metallbildhauer Matthew Sanderson, der für seine organisch inspirierten, mathematisch strukturierten Skulpturen bekannt ist.

Skulpturales Design

Sandersons Herangehensweise war künstlerisch wie analytisch. Er tauchte tief ein in die Entstehungszeit des Herrenhauses, das 1856–57 nach Plänen von Henry Kennedy erbaut worden war – eine Ära geprägt von naturwissenschaftlicher Neugier, Darwins Evolutionstheorie und den ästhetisch beeindruckenden Illustrationen von Ernst Haeckel. 

 

Die unmittelbare Nähe zur geschützten Küstenzone der Llanbedrog Bay, mit ihrer artenreichen maritimen Fauna, lieferte zusätzlichen Kontext.

Ein elf Meter breiter, selbsttragender Bau, dessen Oberfläche von 89.000 kleinen, handgefertigten Edelstahl-Seepocken bedeckt ist. Diese strukturieren das Licht, reduzieren die Aufheizung des Innenraums und machen die Hülle zum lebendigen, changierenden Element. Ein zentraler Oculus lenkt Tageslicht durch einen skulpturalen Trichter in den Raum und unterstützt gleichzeitig die passive Belüftung. Die thermische Hülle aus facettierten SIP-Elementen folgt der organischen Dachform, innen ist der Raum mit akustischem Putz versehen. Großflächige, rahmenlose Verglasungen eröffnen den Blick auf Küste und Wald.

Sowohl die tragende Konstruktion als auch die äußeren Elemente bestehen aus feuerverzinktem Stahl, ein Material, das Matthew Sanderson seit über 25 Jahren in seinen öffentlichen Arbeiten einsetzt. Die Verzinkung sorgt für Witterungsbeständigkeit, Langlebigkeit und eine silbrig-oxidierte Patina, die das skulpturale Erscheinungsbild unterstreicht. Für Sanderson ist Verzinkung nicht nur Schutz, sondern auch ein gestalterisches Mittel – technisch verlässlich, ästhetisch wirkungsvoll, nachhaltig in der Haltung.

Langlebig und nachhaltig

Sanderson, der für seine organischen, mathematisch inspirierten Strukturen bekannt ist, wählt für seine öffentlichen Arbeiten häufig Metalle. Mit mehr als 25 Jahren Erfahrung im Stahlbau und in der Feuerverzinkung sorgt er mit seinem Fachwissen für Haltbarkeit und Ästhetik. In Zusammenarbeit mit zuverlässigen Verzinkungspartnern setzt Sanderson Oberflächen ein, die Langlebigkeit und ökologische Nachhaltigkeit gewährleisten und mit der nahtlosen Integration von Kunst und Technik des Cafés übereinstimmen. Dieser Ansatz schützt nicht nur die Struktur, sondern verbessert auch ihre künstlerische und strukturelle Kohärenz.

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