Iqbal Johal

atelier
unter platanen


Atelier, Northampton

Auf der bislang ungenutzten Seite eines Wohnhauses in Northampton ist ein bemerkenswertes Atelier entstanden – ein Ort, der Arbeiten und Naturerleben miteinander verbindet. Zwei große Platanen prägen das Grundstück: die vordere wurde Kane, die hintere Abel getauft. Sie stehen symbolisch für die enge Verbindung zwischen Natur und Architektur, die diesem Projekt zugrunde liegt.

Architektur im Dialog mit der Natur

Das Atelier liegt ebenerdig und erstreckt sich als klarer Baukörper entlang der westlichen Grundstücksgrenze. So entsteht eine neue Verbindung zwischen Vorder- und Rückseite des Hauses, die den gesamten Außenraum aufwertet und besser nutzbar macht.

Ziel war es, eine Verbindung zwischen beiden Seiten des Hauses zu schaffen. Das neue Gebäude fügt sich in die bestehende Struktur ein und macht die Umgebung zum Teil der Gestaltung. Große Öffnungen rahmen die Aussicht auf die Platanen und lassen das Tageslicht weit ins Innere dringen.

Ein besonderes Merkmal ist das auffällig gefaltete, fächerförmige Dach. Es öffnet sich nach Norden und Süden – genau in die Richtung der beiden Bäume. Schmale Fenster entlang der Dachflächen bringen Licht in den Raum und schaffen wechselnde Stimmungen. Die geneigten Flächen inszenieren Kane und Abel sowohl innen als auch außen, als wären sie Teil der Architektur selbst.

Spiegel, Licht und Bewegung

Die Außenhülle des Ateliers ist mit spiegelndem Material verkleidet. Dadurch reflektiert das Gebäude seine Umgebung und verschmilzt optisch mit ihr. Je nach Wetter, Tageszeit oder Blickwinkel verändert sich der Eindruck. Auch im Inneren spielt Licht eine zentrale Rolle. Die Sonne wirft bewegte Muster auf Böden und Wände, vergleichbar mit Kunstwerken, bei denen das Licht selbst zum Gestaltungsmittel wird.

In den verspiegelten Flächen entstehen vielfache, kaleidoskopartige Reflexionen, eine Hommage an die Arbeiten der iranischen Künstlerin Monir Shahroudy Farmanfarmaian, deren geometrisch-abstrakte Spiegelinstallationen weltweit bekannt sind. Sie lassen den Raum größer wirken und schaffen immer wieder neue Impressionen.

So leicht und elegant das Atelier wirkt, so robust ist seine Konstruktion. Die komplexe Dachform erfordert eine stabile Struktur, die aus Stahl und Holz besteht. Alle Stahlteile sind hinter den Oberflächen verborgen, umso wichtiger war ein zuverlässiger Schutz gegen Korrosion. Die Lösung: Eine Feuerverzinkung aller Stahlbauteile. Sie schützt dauerhaft vor Rost und sorgt dafür, dass die Konstruktion wartungsfrei bleibt.

 

Ein Umfeld für Kreativität und Zusammenarbeit.

Dieses Atelier zeigt, wie gut Architektur und Natur zusammenwirken können. Es ist ein Ort, der nicht nur praktisch funktioniert, sondern auch atmosphärisch überzeugt. Ein Raum, der das Licht einfängt, die Umgebung widerspiegelt und kreative Prozesse unterstützt.

Projektinformationen

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