Hochverdichtete
IndustrieArchitektur
Industria in Barking und Dagenham zeigt, was passiert, wenn verzinkter Stahl im Mittelpunkt einer neuen Industriearchitektur steht – nicht nur als Korrosionsschutz, sondern als prägendes Designelement.
Auf einem räumlich stark begrenzten Brachgelände im Gewerbegebiet River Road haben Haworth Tompkins und Ashton Smith Associates in Zusammenarbeit mit Be First das erste mehrstöckige Leichtindustrieprojekt seiner Art in Großbritannien geschaffen: eine gestapelte, hochverdichtete Alternative zur traditionellen einstöckigen Halle.
Industria in Barking und Dagenham zeigt, was passiert, wenn verzinkter Stahl im Mittelpunkt einer neuen Industriearchitektur steht – nicht nur als Korrosionsschutz, sondern als prägendes Designelement.
Auf einem räumlich stark begrenzten Brachgelände im Gewerbegebiet River Road haben Haworth Tompkins und Ashton Smith Associates in Zusammenarbeit mit Be First das erste mehrstöckige Leichtindustrieprojekt seiner Art in Großbritannien geschaffen: eine gestapelte, hochverdichtete Alternative zur traditionellen einstöckigen Halle.
Musterbeispiel industrieller Innovation
Anstatt sich auszubreiten, ragt Industria in die Höhe. Das Projekt umfasst 11.500 m² flexible Industriefläche, verteilt auf 45 KMU- und Flachfabriken, die über drei Etagen verteilt sind. Entscheidend ist, dass eine spiralförmige Laderampe den direkten Zugang für Fahrzeuge zu den oberen Etagen ermöglicht, sodass Unternehmen unmittelbar vor ihren Toren laden und warten können.
Zwischen zwei tiefen Flügeln befindet sich ein zentraler Servicehof mit großzügigen Spannweiten, klaren Volumina und einem effizienten Stahlrahmen, der ein robustes Chassis bildet, das für mehr als ein Jahrhundert ausgelegt ist.
Verzinkter Stahl als strukturelles Rückgrat
Aus Sicht eines Verzinkers wird das Projekt an dieser Stelle besonders interessant. Feuerverzinkter Stahl wird nicht versteckt, sondern bildet das sichtbare, ausdrucksstarke Gerüst des Gebäudes. Die freiliegende Rampenstruktur – Säulen und Träger –, Außentreppen, Handläufe, grüne Wandgitter und Stützrahmen sind verzinkt, zum Schutz und zur Bildung eines visuellen Ankers.
An den zur Straße hin gelegenen Fassaden entsteht so eine klare, metallische Front, die die industrielle Funktion des Gebäudes signalisiert und sich gleichzeitig harmonisch in die von Haworth Tompkins und DNCO entwickelten kräftigen Farben, Grafiken und Wegweiser einfügt. Das Ergebnis ist eine unverkennbare Identität: robust, funktional und präzise.
Die Entscheidung für die Verzinkung war sowohl durch die Korrosionsschutzleistung als auch die Visualität geprägt. In einer exponierten, stark frequentierten Industrieumgebung sind langfristiger Korrosionsschutz und minimaler Wartungsaufwand nicht optional – sie sind grundlegend, um die Wirtschaftlichkeit zu gewährleisten und sicherzustellen, dass das Gebäude angepasst werden kann, statt ersetzt zu werden.
Stückverzinkter Stahl bietet eine dauerhafte, durchgehende Oberfläche, die Stößen, Witterungseinflüssen und Schadstoffen standhält und sich daher ideal für Rampen, Treppen und Kantendetails eignet, die täglich berührt und befahren werden. Gleichzeitig unterstreicht die lebendige verzinkte Oberfläche die architektonischen Ambitionen, statt davon abzulenken.
Nachhaltigkeit und flexible Nutzung stehen im Mittelpunkt des Entwurfs. Das gestapelte Modell von Industria maximiert die Nutzung der knappen innerstädtischen Fläche und kombiniert eine schlanke Stahlkonstruktion, effiziente Bodenplatten und eine hochisolierte Hülle zu einem langlebigen „Chassis“, das im Laufe der Zeit umgestaltet, angepasst oder teilweise demontiert werden kann.
Das Gebäude erreicht die Bewertungen „BREEAM Excellent“ und „EPC A“, verfügt über rund 2.000 m² Photovoltaikmodule und bietet E-Ladestationen für jede Einheit. Feuerverzinkter Stahl unterstützt diese Strategie, indem er die Lebensdauer verlängert, den Bedarf an Ersatzkomponenten reduziert und durch inhärente Wiederverwendbarkeit, Instandsetzbarkeit und Recyclebarkeit die Kreislaufwirtschaft fördert.
Architektonisch weckt das Projekt hohe Erwartungen. Eine verglaste Ladenfront in voller Höhe belebt das Erdgeschoss, während ein öffentliches Café und ein Business-Hub das Projekt zur Straße hin öffnen. Darüber hinaus bietet ein Pausenbereich auf dem Dach den Mietern einen Ort, an dem sie sich treffen, speisen und fernab des Arbeitsbereichs Kontakte knüpfen können – eine soziale Ebene, die man selten mit Industriegebieten in Verbindung bringt.
Die intelligente Landschaftsgestaltung nutzt den begrenzten Platz optimal aus und setzt vollflächige, auf verzinkte Rahmen gestützte Grünwände, artenreiche Randhabitate, Hecken sowie Regen- und Schattengärten ein, um visuelle Entlastung und ökologischen Wert zu schaffen.
Industria weist auf eine neue Typologie für die städtische Industrie im Vereinigten Königreich hin: mehrstöckig, hochverdichtet, sozial und ökologisch ambitioniert –untermauert durch verzinkten Stahl als Schutztechnologie und architektonisches Ausdrucksmittel.
Projektinformation
Architektur: Haworth Tompkins / Ashton Smith Associates / Be First
