Energieeffiziente Erweiterung
Als Stammkunden von Knott Architects wandte sich diese Familie aus Nord-London mit einer bekannten Herausforderung an die Planenden: Ein geliebtes Haus, dessen Bausubstanz, Leistungsfähigkeit und Beziehung zum Garten nicht mehr ihren Lebensvorstellungen entsprach. Statt lediglich mehr Wohnfläche zu schaffen, wurde im Rahmen dieses Projekts das Untergeschoss zu einem großzügigen, lichtdurchfluteten Wohnbereich umgestaltet, wobei verzinkter Stahl sowohl als tragendes Element als auch als raffiniertes Gestaltungsmittel zum Einsatz kam.
Verbesserter Komfort gepaart mit minimiertem Wärmeverlust
Die Vorgabe kombinierte eine energetische Sanierung mit einer räumlichen Umgestaltung. Hochleistungsfenster, eine umfangreiche Wärmedämmung und ein neues effizientes Heizsystem verbessern das Energieprofil des Gebäudes erheblich und reduzieren den Wärmeverlust und die zukünftigen Betriebskosten. Diese baulichen Maßnahmen bilden die Grundlage für den Anbau und sorgen dafür, dass der neue Raum nicht nur visuell aufgewertet wurde, sondern auch komfortabel und wirtschaftlich in der Nutzung ist.
Räumlich wurde das Untergeschoss erweitert und in den Garten hinein ausgedehnt, wodurch ein tieferer, besser nutzbarer Wohnbereich entstand. An der Stelle, an der Gartenfläche wegfiel, wurde auf einer höheren Ebene ein neues Gründach angelegt, das den Blick von oben abmildert und die Artenvielfalt fördert. Durch diesen mehrschichtigen Aufbau fügen sich Haus, Anbau und Landschaft harmonisch ineinander, anstatt miteinander zu konkurrieren.
Verzinkter Stahl als Stütze für nachhaltige Umbauten
Den Ausgangspunkt der Planung bildete eine freiliegende verzinkte Stahlkonstruktion. Neue Balken und Säulen stützen das darüber liegende Stockwerk und bleiben dabei vollständig sichtbar, insbesondere dort, wo sie auf den Boden und die Außenumgebung treffen. Hier ist die Feuerverzinkung von entscheidender Bedeutung: Sie bietet einen dauerhaften Korrosionsschutz an anfälligen Verbindungsstellen.
Der Anbau wirkt von außen wie eine verzinkte Stahl- und Glasscheibe, die sich diagonal über die gesamte Breite des Gartens erstreckt. Darüber legt sich ein leicht angewinkeltes Flachdach, das ebenfalls mit verzinktem Stahlblech verkleidet ist und die Begrünung trägt. Diese Synergie aus Glas, Bepflanzung und metallischer Hülle verleiht dem Anbau eine präzise, fast infrastrukturelle Klarheit, die einen Kontrast zur Weichheit des Gartens bildet.
Ein dreikantiges, demontierbares Gerüst aus verzinkten Stahlstangen ragt nach außen und bietet eine Vorrichtung, an der die Familie selbstgebaute Markisen befestigen kann. Diese Vorrichtung zeigt, wie verzinkter Stahl häufigen Anpassungen standhält, ohne die Haltbarkeit der Oberfläche zu beeinträchtigen.
Materialehrlichkeit für heimische Erweiterung
Innen wie außen bleiben die Materialien weitgehend roh: Holz, Beton und Glas werden so verwendet, wie sie vorgefunden wurden. Der feuerverzinkte Stahl wird unlackiert zur Geltung gebracht. Die charakteristisch gemusterte Zinkoberfläche erstreckt sich auf die Außenbeleuchtung und die Regenwasserableitung und verbindet Struktur, Details und Möblierung zu einer einheitlichen Designsprache.
In architektonischer Hinsicht zeigt das Projekt, wie außergewöhnliche Anbauten realisiert werden können, wenn verzinkter Stahl nicht nur als technische Lösung, sondern als primäres Gestaltungselement behandelt wird – eines, das Struktur tragen, Form definieren und eine widerstandsfähige, fein gearbeitete Grenze zwischen Haus und Garten schaffen kann.












